Wohin mit aussortierten Büchern?

 

Erinnert ihr euch noch an die Fastenchallenge der Wissensagentur? Da war ja aufräumen angesagt, und eine der ganz schweren Aufgaben war es, bei den Büchern auszumisten. Ich habe bisher nur ¼ meines Bücherbestandes durchgesehen, aber dabei schon etliches an Büchern identifiziert, aus denen ich entweder „rausgewachsen“ bin, die mir nie wirklich gefallen haben oder die aus einem anderen Grund höchstens noch zum Staubfängern dienen.

Jetzt kann man (ich) Bücher ja auf gar keinen Fall wegwerfen. Also habe ich mich auf die Suche gemacht, was man alles mit diesen Büchern noch machen kann.

1. Verschenken

Ganz klar die nahe liegendste Möglichkeit. Zuerst habe ich also liebe Menschen gefragt, an welchen Büchern sie Interesse haben. Dabei sind schon mal einige weggegangen.

2. Weiterverkauf

Als erstes schaut man am besten bei Amazon nach, denn die verkaufen ja seit längerem nicht nur neue, sondern eben auch gebrauchte Bücher bzw. bieten eine Handelsplatform. Einfach ein Verkäuferkonto einrichten, das fragliche Buch suchen und dann auf: „Diesen Artikel verkaufen“ klicken. Der Rest ist selbsterklärend. Amazon behält sich eine wirklich hohe Provision ein, aber nun gut, immer noch besser als bei eBay nichts mehr dafür zu bekommen. Bei Sachbüchern und recht neuen Büchern, lohnt es sich meistens einen Verkauf über Amazon zu starten.

Und dann gibt es noch etliche Ankäufer von gebrauchten Büchern im Netz. Meine Schwester hat bisher recht gute Erfahrung mit buchankauf24 gemacht, aber dort muss man jede ISBN Nummer  von Hand eintippen, und das war mir bei fast 50 zu verkaufenden Büchern zu viel.

Bei meiner Suche bin ich dann auf momox gestoßen und die haben einen großen Vorteil, sie haben eine wunderbare App. Mit der kann man nämlich die ISBN über den EAN Code auf dem Buch scannen. Die App findet dann (in 99% der Fälle) das Buch (oder die CD oder das Spiel) und zeigt den Preis an, von 0,01 € bis jenseits der 10 € war bei mir schon alles dabei.

Hat man alle Bücher gescannt, schließt man den Verkauf ab. Via Link wird man zu einer Webseite geleitet, auf der man alle eingescannten Bücher noch mal überprüfen, und sofern eines nicht dazu gehört, auch ganz einfach wieder rauslöschen kann. Dann nur noch Kauf bestätigen drücken, den Lieferschein und einen Hermes oder DHL Aufkleber ausdrucken, Bücher verpacken, Aufkleber drauf und Paket kostenfrei einschicken. Weitere Optionen sind, das Paket abholen zu lassen oder die nachträgliche Erstattung der Portokosten zu beantragen.

Der vereinbarte Ankaufsbetrag war übrigens innerhalb von wenigen Tagen auf meinem Konto, ohne Abzug. Ich kann Momox wirklich nur wärmstens empfehlen.

3. Bücher aussetzen oder stiften

Wenn momox mir wirklich nur 1 bis 10 Cent für ein Buch zahlen  wollte, habe ich das Buch lieber in unserem Fabrikverkauf zum Kauf angeboten. Für 1 € kann man ein Buch dort kaufen und der Erlös geht zu 100% an die Eppelborner Tafelrunde.

Aussetzen bzw. freilassen kann man Bücher auch. Was es damit auf sich hat, das lest ihr am besten bei den Bookcrossers nach.

Eine weitere Möglichkeit für Saarländern zum aussetzen von Büchern, bietet sich am Schaumberg in Tholey. Dort kann man die Bücher im Bücherbaum für Interessierte hinterlassen.

Leider musste der offene Bücherschrank Saarbrücken seine Schranktüren schließen. Schade, war auch eine sehr schöne Idee.

In vielen Städten sammeln die Lions Bücher ein und vermarkten sie kiloweise für einen guten Zweck, einfach mal Lions und Bücher googeln.

Vielleicht hat euch dieser Blogpost ja auf ein paar Ideen gebracht und ihr habt Anregungen, wie ihr Zuhause Platz für neue Bücher schafft. Vielleicht habt ihr aber auch eigene Anregungen, oder kennt Initiativen die sich um aussortierte Bücher kümmern. Immer her damit, ich bin nämlich mit dem aussortieren noch lange nicht fertig :-).

 

Nachtrag: Bitte lest doch unbedingt die Kommentare, es lohnt sich. Einen Hinweis möchte ich aber hier direkt in diesen Blogpost einfügen, denn der darf nicht untergehen. Claudia weist darauf hin, dass sie für manches Buch bei amazon mehr hätte erlösen können als bei m Buchankauf. Das ist mir auch aufgefallen, daher checke ich alle Bücher bevor ich sie momox anbiete, welchen Wiederverkaufswert sie bei amazon haben.

 

Das könnte Euch auch interessieren:

36 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Gute Ideen. Ich persönlich hab schon zwei Mal einen Teil meiner Bücher an die Gemeindebücherei hier in Quierschied gespendet. Die haben sich insbesondere über die englischen Bücher sehr gefreut. Bevor die Bücher bei mir verstauben, finden sie besser dort Leser.

    • Kann ich mir gut vorstellen. Stimmt, an meine englischen Bücher hatte ich bisher noch gar nicht gedacht, ist auch eine gute Möglichkeit. Danke schön für den Hinweis.

  2. Wooow Andrea, ist das Deine Bibliothek auf dem Foto? Woooow!!!

    Habe mir die MomoxApp gleich herunter geladen. Ich habe unheimlich viele Fachbücher, die leider nicht mehr aktuelles Wissen vermitteln. MomoxApp bietet mir dennoch zwischen 2-3 € pro Buch an 🙂

    Im Keller lagern allerdings weiterhin meine sämtlichen Kinderbücher. Vielleicht spende ich diese unserer Grundschule. Wenn ich mich denn trennen kann.

    Danke für die tollen Tipps!

    LG Andrea

    • Freut mich riesig, wenn du durch den Blogpost eine neue Einnahmequelle gefunden hat.

      Noch eine gute Stelle an der man Kinderbücher abgegeben kann sind die Tafeln oder Waisenhäuser. Wir geben dort auch immer Bücher und gut erhaltenes Spielzeug ab.

    • Danke für die Ergäzung, dann wird bestimmt das ein oder andere Buch von mir mal dort hin wandern. Bestimmt lesen den Artikel auch etliche Saarländern die diese Initiativen auch noch nicht kannten.

  3. Da stimme ich dir vollinhaltlich zu. Bis auf…bitte, warum kannst du keine Bücher wegwerfen? Ganze Wälder starben schon für Bücher, die sich irgendwann als grottenschlecht entpuppten und nur noch für den Reißwolf taugen.
    Übertriebene Ehrfurcht vor dem geschriebenen Wort tut nu auch nich Not! ;)))

    • Warum ich keine Bücher wegwerfen kann? Du hast es im nächsten Satz geschrieben, weil soviele Bäume dafür gefällt wurden, aber das ist nur ein Aspekt. Ich bin generell gegen die Wegwerfmentalität. Wenn jemand von der Sache die ich nicht mag noch einen Nutzen hat, dann freue ich mich.

      Freue mich übrigens auch deshalb sehr über ihren Kommentar weil ich deine tolle Seite dadurch gefunden habe :-).

  4. Oder besser: richtig ist, dass einer der offenen in SB geschlossen werden musste, es gibt aber noch 5 weitere (2x Uni, Filmhaus, Kneipe in der Dudweiler Landstraße und Theater im Viertel, soweit ich weiß).

    • Das muss ich mal weiter recherchieren, schreit ja geradezu nach einem Blogpost an welchen Stellen man im Saarland Bücher abgeben kann. Danke Martin

  5. Mit dem Thema hab ich mich auch schon intensiver beschäftigt und mir fehlt hier noch eine Möglichkeit: Tauschen über Tauschplattformen
    Ich hab mal recht intensiv tauschticket.de genutzt, aber es gibt noch weitere Anbieter. Funktioniert für gewöhnlich so:
    Man stellt die Bücher ein, die man gerne loswerden möchte. Wenn die jemand anfordert schickt man sie ihm zu und erhält dafür Punkte, die man für einen eigenen Tausch wieder einsetzen kann.
    Früher war Tauschticket selbst komplett kostenlos. Mittlerweile kostet jede Transaktion für den Anfordernden 0,50€.
    Was ich dann dort nicht losbekommen habe ich unserer Stadtbibliothek gespendet. Die haben sich echt drüber gefreut.

    • Von Tauschplattformen habe ich noch nie gehört. Vielen Dank daher für ihre Ergänzung. Für Vielleser (wie mich) ist das sicher auch eine gute Chance günstiger an Bücher ranzukommen.
      Das spenden an Bibliotheken habe ich echt nicht bedacht. Ich bin immer davon ausgegangen, dass die nur neue Bücher nehmen.

      • Die Büchereien, die ich kenne, nehmen keine Bücher, die älter sind als 10 Jahre. Einige haben ihre Schmerzgrenze bei 5 Jahren.
        Bei Buchspenden für Leseanfänger ab 6 Jahren bitte unbedingt darauf achten, dass die Bücher der neuen deutschen Rechtschreibung entsprechen, also nach 1996 erschienen sind. Sonst gibts Kopfchaos 😉

        • Ein guter Einwand mit der Rechtschreibreform, daran hätte ich gar nicht gedacht. Aber viele Kinder lassen sich ja auch vorlesen. Und bei den Eltern (Älteren) ist der Schaden nicht mehr ganz so groß, die wissen meist eh nicht mehr Bescheid (wie ich sehr oft ;-))

          • Aus dem Grund schrieb ich „Leseanfänger“ und meinte die Selberleser. Die Kleinen werden durch die alte Rechtschreibung nämlich mächtig aus der Spur geworfen und das halte ich dann für kontraproduktiv. Bei uns Ollen isses eh wurscht. Ich schreibe nur noch nach Schönheit. 😉

  6. Bei uns gibt es in der Bürokantine ein offenes Bücherregal (besser gesagt: es sind inzwischen sogar zwei). Jeder kann dort Bücher reinstellen, rausnehmen, wieder zurück bringen oder behalten. Das läuft ziemlich gut, außer das man ab und zu „Schund“ wegschmeißen muss. Aber aussortierte Bücher bin ich dort schon zuhauf losgeworden.

  7. Noch eine Anmerkung von mir: meine ganzen EDV-Fachbücher die schon etwas älter waren, jedoch noch nutzbar hab ich dem (Jugend)Gefängnis bei uns geschenkt. Dort gibt es auch Bibliotheken, die froh sind, wenn sie Bücher bekommen.

    • Auch eine super Idee. Bin begeistert wie der Blogpost durch zusätzliche Ideen und wertvolle Kommentare bereichert wird.

  8. Mit momox habe ich auch gute Erfahrungen gemacht! Ich finde deren Angebot richtig gut. Eines der Bücher, das momox für einen relativ hohen Preis angekauft hätte, habe ich dann mal quer bei amazon recherchiert – und es für eine astronomische Summe verkaufen können. Es war wohl eine echt gesuchte Rarität. 😉
    Tauschticket ist schön, wenn man etwas sucht, aber losgeworden bin ich da nur eine einzige Sache – und die war kein Buch. Ich werde meinen Account wohl stillegen.
    Für den Raum Bayreuth empfehle ich das Kaufhaus Regenbogen – zwar bekomme ich dort kein Geld für meine Bücher, aber ich spende sie gerne dort hin, denn ich weiß, dass sie wieder in gute Hände kommen – im Kaufhaus Regenbogen gibt es zwei Räume mit lauter vollen Bücherregalen, das ist ein umfangreiches Angebot!

    • Gut, dass du das sagst Claudia. Genau so habe ich es nämlich gemacht. Ich habe alle Bücher erst bei amazon nach ihrem Verkaufswert gecheckt und dann bei momox gescannt. Da waren einige dabei die dort noch ein gutes Stück mehr eingebracht haben. Werde wohl den Text ergänzen mit Hinweis auf deinen Kommentar, nicht dass es untergeht.

      Kaufhaus Regenbogen hört sich gut an, blogg doch mal darüber 🙂

      • Ja, sobald ich die Fastenchallenge (ähm, Entrümpelung) wieder aufgenommen habe und das nächste mal mit Foto dort bin (man soll es nicht glauben, ich bin tatsächlich schon ohne Foto unterwegs gewesen!). Habe den Artikelwunsch notiert (Evernote sei Dank!) – Viele Grüße!

    • Klasse! Von den öffentlichen Bücherregalen habe ich noch nie etwas gehört, aber Dank Deiner Links sogar eines in der Nähe gefunden… dem werde ich mal einen Besuch abstatten! … und meinen Bookcrossing-Account sollte ich auch wieder reaktivieren… Dankeschön! 😀

  9. Danke für diesen Post!
    Ich habe, auch durch die Challenge :), ein paar Bücher, die weg sollten (ca. 20 – 30) und die habe ich jetzt erstmal bei Tauschticket eingestellt, hatte leider den Nachteil, daß ich mir von den ertauschten Tickets gleich wieder was Neues geholt habe…
    Von Momox habe ich gerade erst gehört, aber meine ersten paar Probebücher hätten nur wenige Cents gebracht, da spende ich die lieber meiner Bücherei! Die verkauft sie im Idealfall und holt von dem Erlös wieder neue Bücher, die ich mir dann wiederum nicht kaufen muß = Ein doppelter Gewinn also *lach*

    Übrigens gibt es bei Amazon neben dem Marketplace zum Verkaufen der Bücher auch dieses Trade-In, das wohl wo wie momox funktioniert. Ich habe es noch nicht versucht, aber eine Bekannte ist begeistert davon.

    • Großartiger Text, der rückt das Ganze dann wieder ein bißchen zurecht und dürfte der Kommentatorin Annette gut gefallen. Danke für´s teilen 🙂

      • Die Kommentatorin ist entzückt!
        Aber noch ein Tipp: Krankenhausbibliotheken nehmen auch gerne gut erhaltene Exemplare für gelangweilte Patienten- und die meisten können sich ja auch nicht wehren. ;)))

    • Danke für deine Ergänzungen. Hört sich beides auch sehr gut an. Übrigens, nur das untere Bild ist aus meiner Bibliothek, das obere aus einem englischen Herrenhaus 🙂

  10. Ich habe zwar nicht alle Kommentare gelesen, aber ich denke, dies ist bestimmt auch eine Art Bücher wieder in den Umlauf zu bringen. Seit diesen Sommer betreibe ich ein Info-Portal für Leute, die ihre Bücherkisten auf die Straße stellen und viele hierüber informieren wollen. Wenn eine Bücherkiste auf die Straße gestellt wir, informiere ich eingetragen „Suchende“ per Mail über Inhalt, Ort und Termin. das Portal heißt http://www.street-book.de und ist kostenfrei. Ich freue mich, wenn ihr mal vorbeischauen würdet….
    Gruß
    Manfred

  11. Falls es noch nicht genannt wurde: auf booklooker.de kann man gebrauchte Bücher weiterverkaufen. Einfach ISBN einbegeb, dann erscheinen alle Informationen automantisch, inclusive Abbildung und man muss nur noch Zustand, Preis und Porto eingeben. Habe schon viele Bücher dort verkauft und freue mich jedes mal, wenn ein Buch einen neuen Leser glücklich machen kann!

  12. Ich hab auch gerade meinen Keller ausgemistet und wollte dann meine Kiste Bücher über Ankaufportale verkaufen, dabei ist mir auch aufgefallen, dass die Preise sehr unterschiedlich sind je Portal … hab dann nach einem automatischen Preisvergleich gegoogelt und bin auf https://www.bonavendi.de/ gestoßen. Ich werde die Bücher darüber jetzt an die Portale verkaufen, die am meisten Geld dafür bieten!

Schreibe einen Kommentar


%d Bloggern gefällt das: